Wettesingen

 

Wettesingen ist mit etwa 1200 Einwohnern der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Breuna, es gehört zu den ältesten Dörfern im Landkreis Kassel und feierte bereits im Jahr 2000 sein 1150-jähriges Bestehen. Das Dorf wurde erstmals im Jahre 850 erwähnt. Als Grenzdorf war Wettesingen lange Zeit den Streitigkeiten zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgraf von Hessen ausgesetzt. Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breuna mit Rhöda, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen zusammen.

 

Gelegentlich wird die Meinung vertreten, dass der Name des Dorfes Wettesingen etwas mit Singen zu tun habe. Obwohl die Sangeskunst in Wettesingen schon immer gepflegt wurde, handelt es sich hierbei doch nur um eine Vermutung. Die früheste Nennung des Ortes Wettesingen findet sich im Jahr 850 in den Fuldaer Traditionen des Codex Eberhardi, eines Fuldaer Mönches wieder. Hier wird der Ort bereits Witisunga genannt. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr der Ortsname mehrere Wandlungen, wie Witesungen, Wetzingen oder später auch Witisungen.

 

Die evangelische Kirchengemeinde Wettesingen verfügt über eine der ältesten und markantesten Kirchen unserer Gegend, die St. Andreas Kirche. Der Turm wurde bereits vor 1100 als Flucht- und Wehrturm errichtet. Die heutige Kirche wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts an den vorhandenen Turm angebaut. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Veränderungen vorgenommen bis hin zur Dachsanierung in den Jahren 2009/2010. Eine ausführliche Beschreibung von Baukunst und Malerei ist den Wettesinger Geschichtsblättern Ausgabe 2013 zu entnehmen.


Im Jahr 1952 war die Grundsteinlegung der katholischen Herz-Jesu Kirche zu Wettesingen. Es war der Wunsch der heimatvertriebenen Katholiken ein eigenes Gotteshaus zu besitzen. Am 09. November 1952 fand die Einweihung statt. Auch diese Kirche hat im Laufe der Jahre viele interessante Veränderungen durchlaufen. Heute ist sie eine Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Marien Volkmarsen. Die Geschichte der Herz-Jesu Kirche wurde in den Wettesinger Geschichtsblättern Ausgabe 2012 ausführlich behandelt.

 

Wettesingen ist heute auf dem Weg zum Bioenergiedorf. Am 28. August 2009 fand in der alten Schule ein Treffen von Wettesinger Bürgern, Vertretern der Gemeinde und der Fa. Mut Synovativ Energiesysteme statt. Es sollte die Möglichkeit der kompletten Versorgung des Dorfes mit lokal erzeugten erneuerbaren Energien geprüft werden. Im Dezember 2009 gab es zu diesem Thema bereits die erste Bürgerversammlung. Im Jahr 2010 wurde dann die Wettesinger Energiegenossenschaft gegründet. Die Fa. Vissmann ist als Generalunternehmer für die Planung und Erstellung des Nahwärmenetzes verantwortlich. Zusätzlich zum Nahwärmenetz wird auch ein Glasfasernetz für die spätere Nutzung von DSL mit verlegt. Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Wettesinger Energiegenossenschaft am 16.03.2013 den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben. Im Dezember 2013 ging der erste Bauabschnitt in Betrieb. Am 15.11.2014 wurde der dritte und letzte Bauabschnitt fertig gestellt.

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